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Aktuelles

Grand Prix für "Zeituhr 1938"

21.05.2019

European Heritage Awards/Europa Nostra Awards 2019 | Österreichische Projekt "Zeituhr 1938" erhält Grand Prix


Der Europäische Kulturerbepreis / Europa Nostra Awards wurde 2002 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und wird seitdem von Europa Nostra durchgeführt. Der Preis zeichnet beispielhafte Projekte in den Bereichen Erhaltung, Forschung, Ehrenamtliches Engagement, Bildung und Kommunikation aus und fördert sie. Dadurch schafft er ein größeres Bewusstsein dafür, dass kulturelles Erbe eine strategische Ressource für Europas Wirtschaft und Gesellschaft ist. Der Preis wird vom Programm Kreatives Europa der Europäischen Union gefördert.

 

Zeituhr 1938, Wien, ÖSTERREICH

 

Am 11. und 12. März 1938 wurde Österreich vom nazionalsozialistischen  Deutschland annektiert. Das Projekt "Zeituhr 1938" wurde zum 80. Jahrestag  von einer Gruppe von Filmemachern, Zeitgeschichtlern und Programmierern  gegründet um die Geschichte der Ereignisse und Beschlüsse zu schildern, die damals zum sogenannten "Anschluss" Österreichs geführt haben. Dieses  aufwendige digitale Projekt wurde produziert von Dr. Frederick Baker und  seiner unabhängigen Medienproduktionsfirma "Filmbäckerei" in Zusammenarbeit mit Dr. Heidemarie Uhl, Dr Michaela Raggam-Blesch, Dr Eva Gressel and Pauli  Ars von der Akademie der Wissenschaften in Wien, digital engineering by Thomas Prieler (Web-Tech) Christoph Kovacs/ Gernot Huber (Sensotix) and design Raimund Schumacher (Lost in the Garden). Gefördert wurden sie vom Fonds des Österreichischen Bundeskanzleramtes zum Gedenkjahr 2018, vom Nationalfonds der Opfer des Faschismus, vom Österreichischen Zukunftsfonds, vom Fonds der Wiener Studentenforschung, von der Akademie der Wissenschaften und vom Haus der Geschichte Österreichs.

 

Am Jahrestag des "Anschlusses" im März 2018, hat das "Zeituhr"-Projekt Tausende User über Internet erreicht, sowie im Radio, im Fernsehen und über Mobiltelefonen, ebenso in analogen Medien wie z.B. Postkarten, Vorträgen und Druckmedien. Das Bemerkenswerteste war, daß das Bundeskanzleramt am Ballhausplatz als Projektionsfläche gedient hat auf der die Geschichte des "Anschlusses" gezeigt wurde mittels Filmen, Photos und Tonaufnahmen. Während des "Anschlusses" war hier der Ort des Machtkampfes zwischen den österreichischen Nazis (die Befehle aus Berlin befolgten), und dem letzten österreichischen Bundespräsidenten. Seit "Zeituhr" erstmals im März erschien, ist seine Wirkung ungebrochen. Es ist die erste digitale Ausstellung auf der Website des neuen "Haus der Geschichte Österreichs" in Wien.

Die Jury meinte: "Dieses Projekt hat neue Medien verwendet und ein Licht auf bedeutende historische Momente geworfen, denen entscheidende politische Entwicklungen folgten. Forschungsdrang war die treibende Kraft, die diese historische Schilderung auslöste, das kollektive Gedächtnis von Augenzeugen wurde angeregt."

Die digitale Form der "Zeituhr 1938" macht sie für viele User zugänglich, auch jüngeren Altersgruppen, die über den "Anschluss" nur in ihren Geschichtsbüchern gelesen haben. "Das Projekt hat ein beeindruckend entworfenes, interaktives Webportal welches das Erlebnis des Users steigert und für junge User besonders reizvoll ist." stellte die Jury fest. "Dieses Projekt bewahrt nicht nur immaterielles Kulturgut, sondern stellt auch sicher, daß es zukünftigen Generationen klar verständlich gemacht wird."

"Dieser neuartige Zugang ermöglicht ein nuancierteres Verständnis persönlicher Verantwortung um Demokratie und allgemeine Werte der Gesellschaft zu sichern. Es formuliert die Gefahren von organisierter Propaganda, die in Verbindung mit willfährigen Medien demokratische Werte  untergraben kann, und unzutreffende kulturelle und soziale Tendenzen fördern kann" führte die Jury aus.

 

Download offizielle Pressemitteilung für das österreichische Projekt "Zeituhr 1938"