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Heumarkt - EUROPA NOSTRA zeigt sich besorgt

07.03.2017

PRESSEMITTEILUNG - EUROPA NOSTRA zeigt sich besorgt über Heumarkt-Planung im historischen Herzen Wiens


Den Haag, 6 März 2017 –

EUROPA NOSTRA, die führende europäische Denkmalschutzorganisation, spricht sich entschieden gegen aktuelle Bebauungspläne für den Heumarkt inmitten des auf der UNESCO-Welterbeliste stehenden Historischen Zentrums von Wien aus. Der jetzige Vorschlag für eine Neugestaltung des Heumarkts mit Hochhäusern, die den Eislaufverein, das Konzerthaus und das Hotel Intercontinental Wien betreffen, bedroht den Welterbestatus des Historischen Zentrums von Wien, von dem der Heumarkt integraler Bestandteil ist. EUROPA NOSTRA fordert daher alle Beteiligten dringend dazu auf, das Projekt mit den Empfehlungen der UNESCO und dem Bericht der „ICOMOS Reactive Monitoring Mission“ in Einklang zu bringen. Im Namen seines großen pan-europäischen Netzwerks teilt EUROPA NOSTRA in vollem Umfang die bereits durch eine Gruppe von ICOMOS-Nationalkommittees ausgesprochenen Bedenken über die Risiken, die die vorliegende Planung für dieses sensible Areal von europäischer Bedeutung darstellen. Die jüngst erschienene Studie „Kulturerbe zählt für Europa“, die von EUROPA NOSTRA mitinitiiert und mitproduziert wurde, zeigt, dass Investitionen in Denkmalschutz und Kultur entscheidend für den sozialen Zusammenhalt, die wirtschaftliche Entwicklung, die nachhaltige und belastbare Lebensqualität der Städte und, ganz allgemein, für die Zukunft Europas sind. Die Einzigartigkeit von Standort und Geschichte des Heumarkts sollte bei jedweden Entwicklungsplänen mitbedacht werden. EUROPA NOSTRA fordert daher die Wiener Stadtverwaltung und die Projektbeteiligten dringend auf, eine praktikable Alternativlösung - gemeinsam mit lokalen, regionalen, nationalen und europäischen Organisationen für Stadtplanung und Denkmalschutz– zu finden, die als ein Beispiel für nachhaltige, vom Erhalt des Kulturerbes inspirierte Stadtentwicklung in ganz Europa dienen könnte: eine vernünftige langfristige Investition in die kulturelle und historische Bedeutung des Heumarkt-Areals ist es sehr wohl wert! Dies wäre ein vortrefflicher Beitrag von Österreich und Wien zum kommenden Europäischen Kulturerbejahr, das 2018 zeitgleich zur österreichischen EU-Ratspräsidentschaft (von Juli bis Dezember 2018) stattfinden wird.

 

Schon während des Europa Nostra Kongresses im Mai 2014 in Wien hatte Maestro Placido Domingo als Präsident Europa Nostras die Aufmerksamkeit der Presse auf dieses kontroverse Projekt gelenkt. Photo: Europa Nostra

 

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HINTERGRUND

Über Europa Nostra
Europa Nostra ist der pan-europäische Zusammenschluss von Nichtregierungs-organisationen, die im Denkmal- und Landschaftsschutz aktiv sind, und wird auch von einem großen Netzwerk von öffentlichen Einrichtungen, privaten Firmen und Einzelpersonen unterstützt. Mit Mitgliedern in mehr als 40 europäischen Ländern gilt Europa Nostra als die Stimme der Zivilgesellschaft, die sich dem Schutz und der Förderung von Europas kulturellem und natürlichem Erbe verschrieben hat. Maestro Plácido Domingo ist der Präsident der Vereinigung. Gegründet 1963 gilt Europa Nostra heute als das repräsentativste Netzwerk zum Erhalt des Kulturerbes in Europa. Wir setzen uns für die Rettung von Europas bedrohten Denkmalen, Kulturerbestätten und Landschaften ein, insbesondere durch unser Programm „The 7 Most Endangered“ („Die sieben meist Bedrohten“). Wir feiern herausragende Leistungen mit dem EU-Preis für das Kulturerbe / Europa Nostra Awards. Wir tragen auch zur Formulierung und Umsetzung von europäischen Strategien und Programmen im Bereich des Denkmalschutzes bei durch einen strukturierten Dialog mit europäischen Institutionen und durch die Koordination der „European Heritage Alliance 3.3“ („Europäische Kulturerbe-Allianz 3.3“).

 

Über die Studie “Kulturerbe zählt für Europa“
Die europäische Studie “Kulturerbe zählt für Europa“ („Cultural Heritage Counts for Europe“) bietet überzeugende Belege für den Wert von Kulturerbe und seinem positiven Einfluss auf Europas Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Umwelt. Sie wurde von Europa Nostra zusammen mit fünf europäischen Partnern erstellt und 2015 veröffentlicht. Seitdem ist dieser Bericht vielfach als eine Schlüsselstudie zum Einfluss von Kulturerbe anerkannt worden, zuletzt im Vorschlag der Europäischen Kommission 2018 ein Europäisches Kulturerbejahr zu veranstalten. Europa Nostra hat inzwischen die Übersetzung einer Zusammenfassung der CHCFE-Studie mit strategischen Empfehlungen in sechs Sprachen (Deutsch, Italianienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch und Spanisch) ermöglicht.

 

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